Alle größeren Städte, nahezu jede Gemeinde und fast alle Bundesländer haben zwischenzeitlich Sonderprogramme aufgelegt, um die Wirtschaft zu stützen und zu festigen. Ziel und Hintergrund dabei ist Arbeitslosen den Schritt in die Selbständigkeit zu ebnen, um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren und aus den Arbeitslosenstatistiken zu entfernen.
Was aber ist mit denen, die trotz intensiver Beratung, Förderung und finanzieller Unterstützung den Weg in eine sichere Zukunft nicht schaffen, denen es trotz größter Anstrengungen und meist auch Entbehrungen nicht gelungen ist, sich nachhaltig eine Existenz zu sichern, weil sie unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind? Gründe für derartige Situationen gibt es zuhauf, wie z.B. Krankheit, eine unvorhergesehene Großbaustelle vor dem eigenen Geschäft, säumige oder betrügerische Geschäftspartner oder sonstige, nicht vorhersehbare Ereignisse.
Hat sich eine derartige Krisensituation erst einmal eingestellt und wird deutlicher, dass der Geschäftsbetrieb bzw. die Selbständigkeit womöglich definitiv aufgegeben werden muss, greift kein noch so gutes Förderprogramm, und der Einzelne, vormals mit vielen Versprechungen und Hilfen in die Selbständigkeit gelotst, sieht sich nunmehr völlig allein gelassen dieser Situation gegenübergestellt.
Hierzu treten meist noch drückende, hohe Verbindlichkeiten, geforderte Mitverpflichtungen Angehöriger, sowie die banale Frage, wie der Lebensunterhalt zu sichern ist. Allein die reine Existenzsicherung stellt den Betroffenen oftmals vor kaum zu überwindende Hindernisse und Schwierigkeiten.
Je mehr aber der Weg in die Selbständigkeit als Heilmittel gegen die Arbeitslosigkeit gefördert wird, und je mehr Menschen diesen Weg gehen, weil sie anders keine oder kaum eine Chance sehen, ihren Lebensunterhalt durch eigene Arbeit zu verdienen, wird auch die Zahl derer steigen, die scheitern und die der Hilfe bedürfen. Insoweit ist es wichtig und sozialpolitisch notwendig, Personen in finanziellen Krisensituationen Hilfsmöglichkeiten anzubieten und Selbsthilfemöglichkeiten aufzuzeigen. Weiterhin erscheint es angebracht, politische und gesetzgeberische Missstände offen zu legen, die Öffentlichkeit für diese Fragen zu sensibilieren mit dem Bestreben, die Umstände der Betroffenen langfristig zu verbessern.
Diesen Aufgaben hat sich der „Rote Ring“ verschrieben. Es macht daher Sinn, den Roten Ring mit Rat und Tat zu unterstützen, da nur mit Hilfe einer größeren Vereinigung / Organisation die obigen Ziele Schritt für Schritt erreichbar sein werden.
Rechtsanwalt V. Hucke, Bochum
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